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Schüco senkt Ausstoß von Klimagasen

Die Schüco TF Gmbh Großröhrsdorf setzt künftig auf Fluorgas anstelle des bisher verwendeten Stickstofftrifluorid. Das Gas wird für die Reinigung spezieller Kammern gebraucht, in denen chemische Reaktionen stattfinden, die letztlich zur Produktion von Silizium führen. Dieses bildet den Grundstoff für die Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen. Die für die Herstellung des Fluorgases benötigte Anlage installiert und betreibt die weltweit agierende Unternehmensgruppe Linde.

"Unsere Vorgängerfirma Sunfilm hatte auf einen anderen Gasversorger und eine andere Technologie gesetzt" erklärt Schüco-Pressesprecher Thomas Lauritzen. Deren Produktionsanlagen werden abgebaut und an gleicher Stelle durch die Anlage der Linde Group zur Fluorherstellung ersetzt, die europaweit die größte ihrer Art sein soll. Die neue Anlage befinde sich derzeit in der Genehmigungsphase, der Baubeginn sei für Anfang 2012 vorgesehen. Die Inbetriebnahme soll dann im Laufe des kommenden Jahres erfolgen. Mit einer Kapazitätserweiterung des Schüco-Werkes habe dies nichts zu tun, so Lauritzen, neue Arbeitsplätze seien damit auch nicht verbunden.

Wohl jedoch habe die neue Technologie positive Auswirkungen auf die Effizienz sowie die Umweltfreundlichkeit der Produktion. "Bei Stickstofftrifluorid handelt es sich um ein Treibhausgas, dessen Erderwärmungspotenzial 17.200 mal größer ist als das von Kohlendioxid", erklärt Carl Jackson, Head of Fluorine Business von Linde Gas. Die Umstellung ermögliche es Schüco, seine Emissionen um mehr als 100.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent im Jahr zu senken. Zudem müsse man davon ausgehen, dass es in absehbarer Zeit gesetzliche Beschränkungen für den Einsatz von Stickstofftrifluorid geben werde.

Jackson sieht in der Umstellung bei Schüco einen "Wendepunkt in der Dünnschicht-Photovoltaik zugunsten umweltfreundlicher Produktionsverfahren." Hinzu komme die Verkürzung unproduktiver Reinigungszeiten, was zu höherer Effizienz führe. Dies bestätigt auch der Geschäftsführer der Photovoltaiksparte von Schüco TF, Dr. Helmut Stiebig. Die Schüco International KG hatte das Werk der insolvent gegangenen Sunfilm AG Anfang des Jahres 2011 übernommen und produziert hier "Thin Film" (Dünnschicht)-Module, woher auch die Firmenbezeichnung Schüco TF rührt.

Ein weiteres Werk befindet sich in Osterweddingen (Sachsen-Anhalt), dort stellt Schüco Module aus rein amorphem Silizium her. Im Vergleich zu diesen erreichen die Großröhrsdorfer Module einen wesentlich höheren Wirkungsgrad (8,5 im Vergleich zu 6,5 Prozent).

Osterweddingen wird bereits von Linde mit Fluorgas versorgt.

Das Großröhrsdorfer Werk mit circa 150 Mitarbeitern fertigt seit Februar durchgehend im Vierschichtbetrieb.


17.10.2011, Schüco TF Gmbh/Linde/alles-lausitz.de

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